Coming Home

14. Februar 2010  |  Fotos  |  Kommentar abgeben
Coming Home

Hah, geschafft! Sieben Tage frühmorgendlicher Winterdienst liegen hinter mir. Jeden Morgen hinunter in die Kälte und dann Schippen und Fegen und Streuen. Schneeschipper grüßen sich grundsätzlich und gucken müde. Viele Schneeschipper wollen den Eindruck erwecken, dass ihnen das Geschippe Spass macht. Ich nicht. Und der Obdachlose, der plötzlich um die Ecke kam und mir erzählte, dass er auch gerade fertig geworden sei und dass dieser Winter ja gar kein Ende nehme, auch nicht. Schön für die, die nach befreitem Gehweg wieder rein können.

T-Shirt War

11. Februar 2010  |  Fundsachen  |  Kommentar abgeben

Früher waren Stop-Motion Filme sind ja eigentlich immer ein Hingucker. Doch inzwischen sind wir an den Effekt gewöhnt, sogar im Schulunterricht wird diese Technik inzwischen eingesetzt und deswegen sind Stop-Motion heute auch nur dann richtig gut, wenn sie auf einer guten Idee basieren. Und eine gute Idee ist ein T-Shirt Krieg ohnehin schon. Wenn man sich dann noch vorstellt 225 T-Shirts zu bedrucken, um einen kurzen Clip zu machen, kann man sich in etwa vorstellen welchen Aufwand ein solches Video erfordert.
(via)

SpieLama

28. Januar 2010  |  Fundsachen  |  Kommentar abgeben
SpieLama

In Zeiten in denen man eingeschneit ist und es auch sonst nichts mehr zu tun gibt, weil ja das iPad alles wichtige von selbst erledigt, ist es vielleicht an der Zeit sich auf das Wesentliche zu besinnen. Und nicht unwesentlich ist eine, etwas antiquirt wirkende Form der Unterhaltung: Das Gesellschaftsspiel.

Ich habe durch meine familiäre Sozialisation ein durchaus gespaltenes Verhältnis dazu. Schon damals zeigten sich meine Vorlieben und Abneigungen und deshalb wurde ich regelmäßig von meinem Bruder in Monopoly haushoch geschlagen, ja ausgenommen. Und es macht nicht immer Spaß, zwei Stunden lang ausgenommen zu werden.


Dennoch haben Brett- und Kartenspiele immer noch einen ganz eigenen Reiz. Und diesen Reiz fangen die Menschen hinter SpieLama.de meines Erachtens nach sehr schön ein. Zu finden sind dort informative und doch charmant-lockere Videorezensionen zu aktuellen Gesellschaftspielen. Mit Kompetenz und auch noch aus Bielefeld. Naja, Herford. Nobody’s perfect.

Eine Kerze

29. Oktober 2009  |  Fotos, Texte  |  3 Kommentare
Eine Kerze

Es ist schon komisch, wie sich manche Ereignisse ins Gehirn brennen und dort nach und nach zementieren. Manche dieser Ereignisse sind sogar vorhersehbar, andere nicht. Auf den heutigen Tag jährt sich solches ein Ereignis. Ich bin mir ziemlich sicher, es wird eines der Top five Bilder im „Mein-ganzes-Leben-spielte-sich-vor-meinem-inneren-Auge-ab-Film“, den man bekanntlich nur sehen kann, wenn man im Begriff ist das Zeitliche zu segnen.

Es begann um ca 4 Uhr morgens, als die Dame meines Herzens sich aus dem gemeinsamen Bett hob und so nebenher sagte: “Ich glaube jetzt ist es bald soweit. Kannst weiter schlafen.“ Ja klar, dachte ich, kannste ja weiterschlafen. Stattdessen fuhr ich aus dem Bett  und lief ein wenig panisch in der Wohnung herum. Wenn ich Hühner gehabt hätte, hätte ich sie in diesem Moment aufgesucht um sie standesgemäß ein wenig aufzuscheuchen. Isch ‘abe gar keine Hühner, aber es bleibt ja zum Glück noch die Dame des Herzens. Ich war regelrecht empört, wie ruhig sie bei dieser Angelegenheit bleiben konnte. Geht erstmal ins Badezimmer und übergibt sich. Nun muss man wissen,  dass das Übergeben, durch monatliches Training, zu dieser Zeit ein Zeichen der Kontinuität war, ein Zeichen von Stabilität. Das souveränste, das die Dame des Herzens in diesem Moment machen konnte war, sich mal ordentlich zu übergeben.

Ich bestellte in der Zwischenzeit ein Taxi und legte wert darauf, jemanden wie John Travolta zu kriegen. Irgendjemand halt, der eine potentielle Geburt im Taxi zumindest schon mal in einem Hollywood-Film nachgespielt hat. John Travolta entpuppte sich als ein freundlicher, aber durchaus sehr wortkarger älterer Herr. Mir konnte der aber nichts vormachen. Der hat bestimmt noch nie eine Geburt im Taxi geleitet, dachte ich. Der hat das noch nicht mal gespielt, dachte ich.

Schließlich waren wir aber doch am Krankenhaus unserer Wahl angekommen und langsam wurde es spannend. Die Betonung muss hierbei auf langsam liegen, denn es dauerte von der Ankunft bis zur Geburt noch 12 Stunden. Ein recht durchschnittlicher Wert, habe ich mir sagen lassen. In dieser Zeit wird einem als Mann vor allem eines bewusst. Wie überflüssig man ist. Denn als Mann auf der Entbindungsstation ist man in etwa so gefragt wie eine dritte Brustwarze. Oder der Pop-Beauftragte der Bundesregierung. Vor allem wenn man eine Dame des Herzens hat, die nicht irgendwelche Hände zerquetschen will.  Ich vermute sie hat das aus einem Indianer-Film, den wir mal zusammen gesehen hatten. In den Film gingen die schwangeren Indianerinnen am Tag der Geburt einfach alleine in den Wald um in Ruhe gebären zu können. Die Tatsache, dass überall Schnee lag und außerdem nebenher eine Schießerei stattfand schien diese Indianerdamen nicht sonderlich zu beeindrucken.
Meine Dame des Herzens war also eine Indianerdame an diesem Tag und so habe ich das gesamte Krankenhaus erkundet und gestresst nach Hühnern gesucht, die man vielleicht aufscheuchen könnte.

Im Fernsehen lief schon die Tagesschau, als es endlich spannend wurde. Meine Indianerdame des Herzens war inzwischen schon gut kaputt und ich war sehr stolz auf sie und durfte dann doch ein wenig meine Hand zerquetschen lassen. Bemerkenswert war allerdings die Hebamme, die genauso sprach wie Franz Müntefering. Ich hätte mir da als Baby auch Zeit gelassen, wenn ich dauernd Wörter wie „Geburrrtskarnal“ oder „Prrresswehe“ gehört hätte.
Und dann ist der kleine Mensch auf einmal da und man vergisst alles und da dieser Moment sowieso nicht zu beschreiben ist und ich es nicht einmal annähernd versuchen könnte, sollte man einfach an dieser Stelle _______________________ den Moment der Geburt des eigenen Kindes einfügen. Kann man ja auch nachträglich machen.

Ein Jahr später sitzen wir hier um einen Kuchen und der kleine Mensch feiert seine erste Geburtstagsparty. Der kleine Mensch versteht natürlich noch nicht genau was ein Geburtstag ist, aber dafür versteht sie jede Woche ein kleines bisschen mehr. Erst gestern hat sie gelernt mit dem Kopf zu schütteln. Ich weiß noch nicht genau, ob sie damit ein „Nein“ signalisieren möchte oder einfach versucht eine stark bekiffte Schildkröte zu imitieren. Aber das spielt keine Rolle, denn es ist das Schönste. Ein echtes Indianerkind eben.